Samstag, 12. Mai 2012

Morbus Meniére und die Würde des Menschen

Die Würde des Menschen ist unantastbar (Art. 1 Abs. 1 Grundgesetz)


Am Landgericht in Frankfurt am Main
Bildquelle: Wikipedia
Jeden Meniére - Anfall habe ich bei vollem Bewusstsein ertragen müssen. Mit klaren Gedanken die eigene Hilflosigkeit erdulden zu müssen, ist aus meinem Selbstverständnis heraus, nicht nur quälend sondern auch entwürdigend. Der längste Anfall dauerte mehr als dreißig Stunden, in denen ich auch Angst hatte, aus dem Bett zu fallen. Und ich musste zur Toilette in dieser Zeit. Dieses letzte bisschen Würde wollte ich mir von meinem Feind Meniére nicht nehmen lassen. So bin ich auf allen Vieren zum Bad gekrochen und wieder zurück. Das hat mich physische Kraft gekostet aber auch sehr viel psychische Kraft gegeben.

Kraft, die ich dringend brauchte, um durchzuhalten. In einer Situation, in der jede Minute zur Ewigkeit wird. Nach diesem Anfall habe ich auf die Gentamicinbehandlung gedrängt.

Vor ein paar Tagen bin ich in eine merkwürdige Situation gekommen. In abgerissen Sachen habe ich im Garten geackert. Verschwitzt und verdreckt, absolut nicht gesellschaftsfähig. Unvermittelt blickte ich auf und ein Nachbar stand vor mir, er hatte sich heimlich auf das angrenzende Grundstück geschlichen und fotografierte mich. Wie lange er so umtriebig unterwegs war, konnte ich nicht beurteilen. Ich war empört über dieses ungehörige Verhalten. Gewundert habe ich mich über meine Reaktion. Mindestens dreimal fiel das Wort: »Spanner!« Danach habe ich die Polizei gerufen, die, nach Klärung des Sachverhaltes, diesem Nachbarn einen Besuch abstattete. Was ist entwürdigender: Ins Bett zu machen oder vom Spanner-Nachbarn unbemerkt fotografiert zu werden? Gegen letzteres konnte ich mich nicht wirklich wehren. Denn es sind ja Bilder entstanden, bevor ich das bemerkt habe. Alleine das ist ein Unding. Weil man heute nie weiß, was ein Spanner mit den Bildern macht.

Als ich diese Angelegenheit mit meinem Umfeld besprochen habe, meine Empörung hielt eine Weile an, fielen auch immer wieder die Worte: »Er ist Familienvater, dass der sich nicht schämt!«

Leon Wurmser, ein Psychiater und Psychoanalytiker, versteht die Scham als Hüterin der menschlichen Würde. Daraus schließe ich, dass wer sich nicht schämen kann oder will, sich selbst der Würde beraubt. Das erste, was uns Menschenkinder impliziert wird ist ja, nicht mehr in die Windeln zu machen, »sauber« zu werden. Dabei werden die unterschiedlichsten Methoden des zuständigen Erziehungsberechtigten angewendet, vermutlich entsteht dabei das Schamgefühl.

Damals habe ich mich gefragt, was beschämender ist: Auf allen Vieren zu kriechen, oder ins Bett zu machen. Entwürdigend ist beides. Der folgende Text ist vor dieser Situation entstanden.  


bereitet es dem krieger
einen lustgewinn
wenn sich sein feind
verletzt ins unterholz
zurückzieht

du möchtest dich sicher weiden
an meinem leid
du sollst es wissen

ich kann nicht schlafen
ich kann nichts essen
ich kotze mir
die seele aus dem leib
und ich muss
ganz viel weinen

aber ich werde nicht
wie ein wurm vor dir kriechen
um deinen triumph
vollkommen zu machen

du hast nur
schlecht verheilte wunden
wieder aufgerissen
mehr nicht
und ich wollte eigentlich
nie wieder
dem eiskalten engel
begegnen


Sonntag, 6. Mai 2012

Morbus Meniére und der Pawlowsche Hund

Zitat: »Die Bezeichnung Pawlowscher Hund bezieht sich auf das erste empirische Experiment des russischen Forschers Iwan Petrowitsch Pawlow zum Nachweis der klassischen Konditionierung … Pawlow … gestaltete 1905 ein aussagekräftiges Experiment: Auf die Darbietung von Futter, einem unbedingten Reiz, folgt Speichelfluss (unbedingte Reaktion), auf das Ertönen eines Glockentons (neutraler Reiz) nichts. Wenn aber der Glockenton wiederholt in engem zeitlichem Zusammenhang mit dem Anbieten von Futter erklingt, reagieren die Hunde schließlich auf den Ton allein mit Speichelfluss. Dieses Phänomen bezeichnete Pawlow als Konditionierung.« Zitatende Quelle: Wikipedia

Gerade in der schlimmen Zeit vor der Gentamicinbehandlung, damals kamen die Anfälle in immer kürzeren Abständen, hatte ich das Gefühl, wie ein Pawlowscher Hund zu reagieren. Klingelte das Glöckchen des Meniére? Ständig hörte ich irgendwelche Glocken, die den nächsten Tsunami in meinem Innenohr einläuteten.

Jetzt hatte ich den Vorsprung und wusste um die klassische Konditionierung, wusste auch, dass ich in bestimmten Situationen »funktioniere«. Das gab mir das Gefühl, nicht ganz ausgeliefert zu sein. Mein Mantra war darum: »Das ist kein Meniére-Anfall! Atme gleichmäßig! Drehe jetzt nicht durch!« Was oft einfacher gedacht, als getan war. Dieser psychologisch bedingte Schwindel hat mir in dieser Zeit sehr stark zugesetzt. Weder wollte ich funktionieren, noch ein Hund sein.

Wie habe ich also reagiert, wenn mir zwischen den Zeiten schwindelig wurde, oder plötzlich die Übelkeit hochkam? Außer diesem Mantra, das ich ständig wiederholte, fixierte ich meinen Blick auf einen Punkt, nach Möglichkeit auf Grün, denn Grün beruhigt die Augen. Angestrengt versuchte ich dann, die Konturen des Objektes zu glätten, denn diese stellten sich mir in den meisten Fällen verschwommen dar. Wenn mir das gelungen war, ich das Objekt wieder klar erkennen konnte, verschwand auch die Übelkeit. Bis heute habe ich diese Übung, als solche sehe ich sie an, in mein tägliches Programm integriert, allerdings brauche ich dieses Mantra nicht mehr als ständigen Begleiter.

Vermutlich lässt sich dieser Schwindel, der nicht zu einem Meniére-Anfall gehörte, dadurch erklären, dass das Gleichgewichtsorgan durch einen vorher gehenden Anfall irritiert wurde. Dann reagiere ich natürlich auch auf bestimmte Reize entsprechend. Vergleichen möchte ich das mit der Wirkung von Düften. Es gibt Menschen, deren Duft als angenehm empfunden wird, andere Menschen »kann man nicht riechen«. Manche Düfte, die uns begegnen, werden mit schönen, oder mit sehr unangenehmen Situationen assoziiert. Manchmal berührt uns ein Duft unbewusst und in diesem Moment empfinden wir plötzlich Trauer, weil wir uns an einen lieben Menschen oder eine vergangene Liebe erinnern. Dabei ist es nur ein Duft, der diese Erinnerung aus einem versteckten Winkel unseres Gehirns hervorgezaubert hat.

Die Wirkung von Düften habe ich übrigens auch für mich entdeckt. Es gibt ein Parfüm, dass ich auftrage, wenn ich weiß, dass ich angenehme Begegnungen habe, oder Orte aufsuche, die mir gut tun. So verbinde ich diesen Duft mit positiven Gefühlen. Wenn es mir nicht gut geht, trage ich den Duft auf, bevor ich meine Konzentrationsmeditation beginne. Das hilft mir, die Schwere loszulassen und leichter zu werden.

Sylvia B.
menière desaster: Der Feind in meinem Innenohr


Freitag, 20. April 2012

Das Selbstbewusstsein steigern - 6 Tipps

Abb.: Copyright Sylvia B.
Die Erfahrung von Selbstvertrauen hängt unmittelbar mit Deiner Fähigkeit zusammen, Glücksgefühle empfinden zu können. Menschen ohne Selbstbewusstsein gehen mit angezogener Handbremse durchs Leben und leiden schwer unter ihrem Manko, sich selbst nicht wertschätzen zu können. Dies spiegelt sich auf allen Ebenen ihres Daseins wider.



  • Körperliche Zeichen für mangelndes Selbstbewusstsein sind hängende oder eingezogene Schultern mit entsprechend eingeschränkter Tiefatmung. Solch eine Haltung stellt eine schwere Einschränkung der Lebensqualität dar, denn sie führt im Laufe der Zeit zu schmerzhaften Verspannungen.
  • Seelische Symptome, die ein zu schwach ausgeprägtes Selbstvertrauen anzeigen, sind Niedergeschlagenheit, ein stark ausgeprägtes Gefühl für »Peinlichkeit«, die Empfindung von Unterlegenheit gegenüber anderen, die Betroffenen fühlen sich dumm, ungeschickt und »uncool«.
  • Auf die geistige Ebene wirkt sich mangelndes Selbstbewusstsein ebenfalls aus: Ein Zeichen ist die Unfähigkeit, vor Zuhörern frei zu sprechen. Die stärkste Ausprägung dieser unangenehmen Erscheinung stellt das Stottern dar, vor dessen Peinlichkeit Betroffene oft so viel Angst haben, dass sie in der Öffentlichkeit gar nicht mehr das Wort ergreifen. Auch das Entwickeln und Umsetzen eigener Ideen ist gehemmt. Zu hoch erscheinen die Hürden, die in der eigenen Person liegen. Wem es an Selbstvertrauen fehlt, der wird im Leben viele aussichtsreiche Chancen verpassen und sich viele Möglichkeiten entgehen lassen, Glück zu empfinden.

Die gute Nachricht: Selbstvertrauen ist erlernbar!


Jeder Mensch kann selbstbewusst sein und Glück in seinem Leben finden. Mangelndes Selbstbewusstsein ist kein angeborenes Schicksal, sondern wurde im Lauf des Lebens erlernt. Gerade besonders kluge Menschen leiden oft darunter, da sie sich aufgrund ihres »Andersseins« schon in der Schule als Außenseiter fühlten.



Wenn auch Du zu den Menschen gehörst, die sich ihrem schwachen Selbstwertgefühl ausgeliefert fühlen, dann solltest Du noch heute damit beginnen, den Spieß umzudrehen. Mache Dir klar: Alles, was Du im Laufe Deines Lebens gelernt hast, kannst Du auch wieder verlernen und durch neue, bessere Inhalte ersetzen, die Deinem Glück und Wohlergehen zuträglicher sind. Du hast es verdient, Dein Potenzial voll zu entfalten. Dies wird Dir mühelos gelingen, wenn Du von Deinem Selbstwert überzeugt bist. Beginne noch heute damit, Deinem Selbstvertrauen auf die Sprünge zu helfen. Hierzu hab ich Dir einige Tipps zusammengestellt, die Du zügig umsetzen solltest, um keinen Tag länger mit quälenden Minderwertigkeitsgefühlen zu vergeuden, die nicht ansatzweise widerspiegeln, was Du wirklich bist: ein einzigartiges Wesen, voll von schöpferischem Potenzial, das genauso wertvoll ist, wie jeder andere Mensch auch.


So stärkst Du Dein Selbstbewusstsein – 6 Tipps, die es in sich haben


  • Spiegelt Dein Äußeres ein Problem mit Deinem Selbstbewusstsein wider? - Dann beginne damit, es zu verändern. Gönne Dir genau die Kleidung und den Haarschnitt, der Deine Vorzüge optimal zur Geltung bringt. Solltest Du diesen Tipp für oberflächlich halten, dann wirst Du Dich über den Effekt wundern, wenn Du ihn in die Tat umsetzt: Dein attraktives Spiegelbild wird Dein Selbstbild verändern und Dich mutiger in die Welt hinaustreten lassen.
  • Traust Du Dich oft nicht, Forderungen anderer abzulehnen? Dann lerne jetzt, nein zu sagen, wenn Du ein schlechtes Gefühl hast. Beispiel: Ein Freund will sich Geld von Dir leihen. Da er dies schon öfter getan hat, Du das Geliehene aber nie zurück bekommen hast, regt sich Dein innerer Widerstand. Mache Dir klar: Wenn Du ihm das Geld trotzdem gibst, dann handelst Du gegen Deine eigenen Interessen. Sage höflich und bestimmt: »Ich kann Dir das Geld leider nicht geben, da ich mich ausgenutzt fühle!« Wenn Du es nicht schaffst, solche Forderungen abzulehnen, solltest Du dringend mit einem Persönlichkeitstrainer arbeiten, der solche Situationen mit Dir durchspielt.
  • Fühlst Du Dich körperlich schlecht, obwohl Dein Arzt sagt, Du seist gesund? - Dann arbeite an Deiner Körperhaltung! Ist sie durch ein schwaches Selbstbewusstsein geprägt, fühlt auch der Körper sich schwach und wird auf Dauer geschädigt. Beginne mit einem Training, das sich nicht nur an die Muskulatur, sondern auch an die innere Haltung richtet: Durch Yoga, Alexandertechnik oder einen Kurs im Flamencotanz richten sich Körper und Seele merklich auf und werden zu starken Magneten für Glück und Freude.
  • Kannst Du Dich nur schwer überwinden, fremde Menschen anzusprechen? - Dann tue genau das: Sprich zufällig vorübergehende Passanten an, bis es Dir nicht mehr peinlich ist. Frage nach einem Weg, der Uhrzeit oder einem guten Restaurant in der Nähe. Ist Dir ein Mensch spontan sympathisch, dann lass Dich ruhig auch auf ein längeres Gespräch ein.
  • Hast Du Angst vor Kritik oder Ablehnung? - Dann mache Dir klar, dass niemand negativen Reaktionen entgehen kann. Gerade die erfolgreichsten Menschen können lange Geschichten darüber erzählen, wie oft sie mit Ablehnung oder sogar offener Feindschaft konfrontiert wurden. Der Trick ist: Ablehnung und Selbstwert haben nichts miteinander zu tun und sollten nicht miteinander verknüpft werden.
  • Hast Du Angst, als arroganter Angeber dazustehen, wenn Du Dein Können offen zeigst? - Dann frage Dich, wer mehr Glück im Leben empfindet: ein arroganter Angeber, oder einer, der sich durch den Neid der Umwelt in Schach halten lässt und sein Licht unter den Scheffel stellt?
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