Freitag, 11. März 2011

Morbus Menière- Das Gleichgewicht und das Gehör

»Alleine mit Hilfe beider Ohren kann auch die Bewegung von Schallquellen mehr oder minder eindeutig verfolgt werden.« Quelle: Wikipedia 

Liebe Leserinnen und Leser.

Stellen Sie sich vor, Sie stehen in einem Raum und hören ein Geräusch. Sie werden sicher automatisch den Laut und die Richtung aus der er kommt, zuordnen können. Diese Fähigkeit der Richtungswahrnehmung ist mir schon in den ersten Jahren als Morbus Menière Patientin abhanden gekommen. Sie glauben nicht, wie vielen Kindern und auch Erwachsenen ich eine Freude bereite, wenn ich orientierungslos meine Umgebung abscanne, um herauszufinden, wer da aus welcher Ecke meinen Namen ruft. Achten muss ich auch, mein schnurloses Telefon nicht zu verlegen, ich finde es so schnell nicht wieder, wenn ein Anruf kommt.  Besonders aufmerksam muss ich natürlich sein, wenn ich mich im Straßenverkehr bewege.

»Zum Gleichgewichtssinn gehört das Empfinden für oben und unten.« Quelle: Wikipedia 


Bild: ©Tuna von Blumenstein
 Sie werden sicher wissen, wo oben und wo unten ist. Das Gleichgewichtsorgan orientiert sich an der Erdanziehungskraft. Taucher können auch Probleme bekommen, wenn durch irgendwelche Umstände kurzfristig diese Fähigkeit bei einem Tauchgang aussetzt. Dann gilt es, nicht in Panik zu geraten, gleichmäßig ein und aus zu atmen und sich an den aufsteigenden Luftblasen zu orientieren. Da, wo die Luftblasen hinwandern, ist oben.  

Der Mensch hat normalerweise zwei Innenohre, rechts und links, darum auch zwei Gleichgewichtsorgane. Bei mir sind beide Seiten in unterschiedlicher Schwere geschädigt. Da aber der Sehnerv an das Innenohr gekoppelt ist, kann ich sehen, wo oben und unten ist.

Bild: ©Tuna von Blumenstein
Bestimmte Bewegungsabläufe können von mir nicht präzise Koordiniert werden. Darum darf ich nicht Zweiradfahren (ob mit Motor oder ohne), Leitern und Treppen  muss ich meiden. Selbstverständlich habe ausprobiert, ob ich wirklich Schwierigkeiten dabei habe, oder ob das nur eine prophylaktische Empfehlung ist, ich lerne durch Versuch und Irrtum, bei den Treppen habe ich schmerzhaft gelernt.

Gerade Treppen finden sich in einer normalen Lebenssituation überall in irgendeiner Form. Wobei das Hochgehen kein Thema für mich darstellt. Die Stufen, die herunter führen, werden von mir sehr konzentriert und mit bedacht betreten. Treppengelände berücksichtige ich auch als festen Bestandteil einer solchen Aktion.  

Wie sich bei Bewegungen im Dunklen ein irritiertes Gleichgewicht bemerkbar macht, möchte ich Ihnen in meinem nächsten Beitrag berichten.



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