Sonntag, 27. März 2011

Morbus Menière- von Balance, Gymnastik und Meditation

»Leider sind die genaueren Hintergründe dieser Erkrankung immer noch nicht bekannt, dementsprechend ist es schwierig, eine gezielte Behandlung dieser Erkrankung durchzuführen.«
Dieser Satz ist für einen Morbus Menière Betroffenen wenig hilfreich. Was habe ich gemacht, um meine persönliche Ursache auszumachen und vielleicht einen kausalen Zusammenhang herzustellen, um damit eine Chance für mich zu sehen?

Über einen sehr langen Zeitraum habe ich wie ein Buchhalter meinen Biorhythmus aufgezeichnet, habe Ess- und Trinkgewohnheiten, meinen Zyklus und die Mondphasen festgehalten, Erkrankungen und die damit verbundene Medikamenteneinnahme notiert, sogar Luftdruck, Wetter, Temperatur, Jahreszeit in dieser Liste festgehalten. Die Anfälle kamen und gingen, ohne dass ich einen kausalen Zusammenhang zu diesen Ereignissen auch nur konstruieren konnte. Was ich allerdings feststellen konnte, dass ich die Anfälle besser ertragen habe, wenn ich physisch und psychisch in guter Form und auch lt. Biorhythmus belastbarer war.

Diese Erkenntnis greift bis in meine Gegenwart hinein und wird auch meine Zukunft bestimmen. So beginne ich den Tag mit einem gymnastischen Programm, das auch spezielle Atemübungen beinhaltet. Über den Tag verteilt kommen weitere Übungen hinzu, wie z. B. eine Konzentrationsmeditation, bei der ich meine Aufmerksamkeit auf die Atmung lenke. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit Tiefenentspannung gemacht. Es hat sich für mich als sehr positiv erwiesen, die CD »Vom Stress zur Lebensfreude« regelmäßig zu hören und die für mich angenehme Stimme von Rüdiger Dahlke auf mich wirken zu lassen. Wenn ich einen problematischen Tag habe, setze ich die Kopfhörer auf, damit ich seine Stimme auch verstehen kann. Da ich auch mit den Möglichkeiten der Autosuggestion sehr gute Erfahrungen gesammelt habe, mich auch auf diese Form der Tiefenentspannung einlassen kann, kommen Gefühle wie Angst, Panik und die damit verbundene zusätzliche Stresssituation bei einer Attacke nicht mehr zum Tragen.

Meditativ wirkt auf mich außerdem die Arbeit im Garten. Frische Luft ist grundsätzlich ein ganz wichtiger Faktor, so meine Erfahrungen.

Natürlich achte ich auch auf mein Ernährungsverhalten, so verzichte ich weitgehend auf Fleisch, ernähre mich überwiegend basisch, mache aber keine Religion daraus. Ingwer ist mir sehr wichtig geworden. In Scheiben geschnitten esse ich ihn täglich auf Brot und kann das Rhizom wirklich empfehlen. Seit ich täglich zu meinen Mahlzeiten Ingwer verwende, habe ich mich nicht mehr erkältet, ein Zustand, der mir in der Vergangenheit große Probleme bereitet hat. Das Anschwellen der Schleimhäute wirkt bei mir umgehend negativ auf meine Koordination, so wie auch weinen. Da ich Zwiebeln leider nicht vertrage, fällt Letzteres eh weg. Womit ich bei meiner grundsätzlichen Lebenseinstellung angekommen bin.

Trotz allem lache ich sehr viel und gerne, umgebe mich mit Menschen, mit denen ich lachen kann, und habe festgestellt, dass das immer noch die beste Medizin ist. In irgendeiner Ecke meines Lebens steht Morbus Menière etwas orientierungslos herum. Der Rest meines Lebensraumes ist angefüllt mit kreativen Tun und positiver Einstellung zum Leben und damit mit Lebensqualität, die ich mir selber schaffe. So kann ich auch meine innere Balance, das seelische Gleichgewicht, bewahren. Trotz allem.

Wenn Sie Fragen haben, scheuen sie sich nicht, mich anzumailen.

Ihnen wünsche ich eine beschwerdefreie Zeit.

Ihre





Donnerstag, 17. März 2011

Vincent van Gogh und Morbus Menière - Von Liebe, Leid und Dunkelheit

Bild: Tuna von Blumenstein
Anständige Mädchen gehen im Hellen nach Hause. Manchmal, gerade in der dunklen Jahreszeit, lässt es sich nicht verhindern, dass ich bei schlechteren Lichtverhältnissen unterwegs bin. Da machen sich die Störungen des Gleichgewichts bei meiner Steh- und Gehmotorik bemerkbar. Das versuche ich natürlich durch erhöhte Aufmerksamkeit wett zu machen. Wenn es mir möglich ist, verlasse ich unebene Bürgersteige und benutze die Straße.

Sie werden sicherlich den Begriff der »wandelnden Dorfzeitschrift« kennen, vielleicht wohnt ja eine solche Person in Ihrer Nachbarschaft. Stellen Sie sich vor, eine solche Person würde mich regelmäßig abends von ihrem Aussichtspunkt betrachten, wie ich mit unsicherem Gang den Heimweg beschreite. Sie würde denken: »Oh Straße, was bist du so wunderlich! Na, Sylvia hat aber wieder ordentlich einen gehoben!« In der Tat kann dieser Eindruck entstehen. Jetzt stellen Sie sich bitte weiter vor, irgendein junger Naiver hätte bei Tageslicht ein interessiertes Auge auf mich geworfen und befragt diese benannte Dorfzeitschrift, ob sie etwas über mich wüsste. Was denken Sie, wie die Antwort ausfallen würde? Richtig: »Lass es bleiben, die Frau trinkt!«

Wahrscheinlich würde ich von einem solchen Gespräch nichts erfahren und was ich nicht weiß, kann mich nicht betrüben. Die theoretische Chance, eine solche Aussage zu revidieren hätte ich schon, wenn ich denn wollte. Jetzt, wo ich auch ärztlich bestätigt nachweisen kann, dass ich an Morbus Menière leide. Das konnte ich aber in den ersten 20 Jahren meiner Erkrankung nicht. Da galt ich als Simulant, war eine Frau, die sich scheinbar auf problematische Art und Weise interessant machen wollte, war auch Sticheleien ausgesetzt und wurde sogar ausgelacht. Gut, Sie haben recht, ich hätte mich auch aus dem kaltschnäuzigen Umfeld entfernen können, zumal ich ja schon früh ahnte, woran ich krankte. Dass es »vom Ohr« kam, war mir klar, außerdem konnte ich die Symptome dank medizinischer Bücher schon zu frühem Zeitpunkt selbst herausfinden. Trotzdem mag ich mich nicht an all die dummen Sprüche und gut gemeinten Ratschläge selbst ernannter Wunderheiler erinnern.

Lassen Sie dieses Gefühl von Verbitterung ruhig weiter auf sich wirken und begleiten Sie mich auf eine Zeitreise in das Jahr 1888 und dort in das südfranzösische Arles. In eine Zeit, zu einem Ort, an dem es keine Telekommunikation, kein Internet, kein Fernsehen gab, aber dafür bestimmt in jedem zweiten Haus eine »wandelnde Dorfzeitschrift«. Erst 16 Jahre vorher hatte der französischer Neurologe Jean-Martin Charcot die Symptome als Menière'sche Erkrankung bekannt gemacht, was sich aber wohl noch nicht in vollem Umfang herumgesprochen hatte.

In Arles hielt sich ein Genie namens Vincent van Gogh auf, der im Oktober des Jahres den Maler Paul Gauguin zu sich einlud, um mit ihm gemeinsam zu arbeiten. Gauguin hatte der Einladung nur zögerlich nachgegeben. Beide Männer waren religiös orientiert vorbelastet, Vincent van Gogh hatte in Vorzeiten als Hilfsprediger gearbeitet, sich aber zu dem Zeitpunkt von der Amtskirche abgewandt. Paul Gauguin hatte in der Internatsschule den Bischof Félix Dupanloup als Lehrer, der ihn in katholischer Liturgie und Philosophie unterrichtete.

Beiden Männern dürfte das Evangelium nach Matthäus, Kapitel 5 also die Bergpredigt bekannt gewesen sein: »Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.«

Es ist nie geklärt worden, warum sich Vincent van Gogh bei einem Streit mit Paul Gauguin ein Stück seines Ohres abschnitt. Für mich, als Menière Patientin ist diese Angelegenheit allerdings völlig klar. Was, wenn Paul einen Anfall bei Vincent miterlebt, ihn vielleicht während eines Anfalles aufgefunden hat? Davon ausgegangen ist, dass Vincent, wie ja allgemein bekannt war, was jede Dorfzeitschrift wusste, dem Absinth wieder zugesprochen hat? Was, wenn Vincent, geschwächt durch die Anfälle, verzweifelt mitteilte: »Es kommt vom Ohr!« Und Paul darauf den dummen Spruch setzte: »Dann schneide es doch ab!«

...
Selbstporträt mit verbundenem Ohr und Pfeife (1889)
hat vincent geschwindelt
war er ein bruder im leid

ich weiß es nicht
aber was ich weiß
hätte mir jemand am ende
meiner zwei jahrzehnte menière gesagt
wir müssen das ohr abschneiden
hätte ich gesagt
macht das
hauptsache
es hört auf …

Für Vincent folgte eine Zeit der Aufenthalte in Krankenhäusern und Nervenheilanstalten.

Im Mai 1890 reiste Vincent van Gogh nach Auvers. Er ist Gast von Dr. Gachet, in dessen Tochter sich Vincent verliebt. Diese Liebe wird ihm von dem Vater der Frau verboten. Warum wollte Dr. Gachet Vincent nicht zum Schwiegersohn? Vielleicht, weil die Dorfzeitungen es von den Dächern pfiffen, dass Vincent in der Dunkelheit betrunken durch die Gassen stolpert?

Auch in Auvers blieb Vincent nicht von Anfällen verschont. Wieder kann ich mich der gängigen Meinung nicht anschließen, kein Liebeskummer kann einem Menière Anfall in der Qualität der meinen das Wasser reichen. Unterstelle ich, dass Vincent mindestens so gebeutelt wurde wie ich, wird er, so wie ich auch, irgendwann den Entschluss gefasst haben: »Dieser Anfall war definitiv der letzte«. Mir wurde die Gnade erteilt, bei meinem Hausarzt die Überweisung zur Gentamycin Behandlung abzuholen. Vincent wird sich die Schusswaffe besorgt haben. Wo ich mir auch sicher bin: Vincent hat das Leben trotz allem geliebt, wird, wie ich auch, immer wieder gehofft haben, dass dieser Anfall nicht so heftig ausfällt wie die vorhergehenden. Sie fragen sich, wieso ich das so bestimmt schreiben kann? Nun, Vincent hat zu lange gewartet, bevor er abdrückte. Und so kommt es, dass er als verzweifelter Versager in die Geschichte einging, der es noch nicht einmal schaffte, sich richtig zu erschießen. Glauben Sie mir eins: Es wäre ein großes Glück im Unglück gewesen, wenn er den Schuss richtig gesetzt hätte, aus meiner Sicht bei einem Menière Anfall ein fast unmögliches Unterfangen.

Für Ihre Aufmerksamkeit danke ich Ihnen und vielleicht ist es mir gelungen, einen Denkanstoß zu geben, wer Vincent van Gogh verstehen will, sollte auch Morbus Menière in seine Überlegungen einbeziehen.

Ihre



Mittwoch, 16. März 2011

Die Haut, unser größtes Organ

Unsere Haut dient nicht nur dazu unsere inneren Organe, unsere Muskeln und Knochen zu verdecken. Nein, ihre Funktion ist vielseitig und wichtig. Ohne unsere Haut würden andere Organe nicht funktionieren können. Sie schützt uns vor dem Eindringen von Mikroorganismen, vor UV-Strahlen und gleicht die Körpertemperatur aus.  Sie reagiert auf Kälte, Hitze und Feuchtigkeit. Sie regt die Durchblutung an oder schützt durch Schweißabsonderung vor Überhitzung.
Die Struktur unserer Haut ist ebenfalls genetisch bedingt. Schon bei der Geburt zeigt die Haut Spuren ihrer Ahnen. Ein Muttermal oder Leberfleck, der durch die Gene vererbt wurde. Die Haut ist für das Wachstum der Finger- und Zehennägel sowie der Haare verantwortlich, was im Mutterleib bei dem heranwachsenden Fötus schon beginnt. So kann die Tochter, mit zunehmendem Alter, wenn die Haut nicht mehr so elastisch ist, die gleichen Hautlinien und Fältchen aufweisen wie die Mutter.
Unsere Haut, jeglichen Wetterverhältnissen und Umweltbedingungen ausgesetzt, muss einiges ertragen. Deshalb ist eine sorgfältige Pflege unserer Haut notwendig. Man beachte sie genau, ob sie sich im Laufe der Jahre verändert. Ob Hautflecken oder Muttermale sich vergrößern oder eine andere Farbe annehmen.

Die Umwelt, zu viel Sonneneinwirkung, falsche Ernährung, wenig Vitamine, verändern das Hautbild. Auch Hauterkrankungen wie: Allergien, Neurodermitis, Pilzinfektionen, zeigen auf Dauer ihre Spuren. Die Haut ist trotz ihrer wenigen Millimeter Stärke stabiler als man denkt.  Sie ist in drei Schichten aufgeteilt.

Die Oberhaut, überzogen mit einer dünnen Wasser-Fett-Schicht schützt die Haut vor direktem Einfluss von außen. Sie schützt vor kleinen Verletzungen, Hautinfektionen und erneuert sich ständig.

Die in der Lederhaut liegenden Nervenfasern und Blutgefäße lassen uns Schmerz, Druck, Berührungen usw. wahrnehmen.

Die Unterhaut, bestehend überwiegend aus Fettgewebe, dient als Kälteschutz sowie auch als Energiespeicher.

Die Haut schützt unseren Körper. Gehen wir liebevoll mit ihr um. Wichtig ist, dass die Haut regelmäßig kontrolliert wird, damit eventuell vorhandene Leberflecke oder Ähnliches nicht zu Hautkrebs ausarten können.
Wir sollten daran denken: Der größte Feind der Haut ist zu starke Sonnenbestrahlung. Gut gecremt ist gut geschützt!



Freitag, 11. März 2011

Morbus Menière- Das Gleichgewicht und das Gehör

»Alleine mit Hilfe beider Ohren kann auch die Bewegung von Schallquellen mehr oder minder eindeutig verfolgt werden.« Quelle: Wikipedia 

Liebe Leserinnen und Leser.

Stellen Sie sich vor, Sie stehen in einem Raum und hören ein Geräusch. Sie werden sicher automatisch den Laut und die Richtung aus der er kommt, zuordnen können. Diese Fähigkeit der Richtungswahrnehmung ist mir schon in den ersten Jahren als Morbus Menière Patientin abhanden gekommen. Sie glauben nicht, wie vielen Kindern und auch Erwachsenen ich eine Freude bereite, wenn ich orientierungslos meine Umgebung abscanne, um herauszufinden, wer da aus welcher Ecke meinen Namen ruft. Achten muss ich auch, mein schnurloses Telefon nicht zu verlegen, ich finde es so schnell nicht wieder, wenn ein Anruf kommt.  Besonders aufmerksam muss ich natürlich sein, wenn ich mich im Straßenverkehr bewege.

»Zum Gleichgewichtssinn gehört das Empfinden für oben und unten.« Quelle: Wikipedia 


Bild: ©Tuna von Blumenstein
 Sie werden sicher wissen, wo oben und wo unten ist. Das Gleichgewichtsorgan orientiert sich an der Erdanziehungskraft. Taucher können auch Probleme bekommen, wenn durch irgendwelche Umstände kurzfristig diese Fähigkeit bei einem Tauchgang aussetzt. Dann gilt es, nicht in Panik zu geraten, gleichmäßig ein und aus zu atmen und sich an den aufsteigenden Luftblasen zu orientieren. Da, wo die Luftblasen hinwandern, ist oben.  

Der Mensch hat normalerweise zwei Innenohre, rechts und links, darum auch zwei Gleichgewichtsorgane. Bei mir sind beide Seiten in unterschiedlicher Schwere geschädigt. Da aber der Sehnerv an das Innenohr gekoppelt ist, kann ich sehen, wo oben und unten ist.

Bild: ©Tuna von Blumenstein
Bestimmte Bewegungsabläufe können von mir nicht präzise Koordiniert werden. Darum darf ich nicht Zweiradfahren (ob mit Motor oder ohne), Leitern und Treppen  muss ich meiden. Selbstverständlich habe ausprobiert, ob ich wirklich Schwierigkeiten dabei habe, oder ob das nur eine prophylaktische Empfehlung ist, ich lerne durch Versuch und Irrtum, bei den Treppen habe ich schmerzhaft gelernt.

Gerade Treppen finden sich in einer normalen Lebenssituation überall in irgendeiner Form. Wobei das Hochgehen kein Thema für mich darstellt. Die Stufen, die herunter führen, werden von mir sehr konzentriert und mit bedacht betreten. Treppengelände berücksichtige ich auch als festen Bestandteil einer solchen Aktion.  

Wie sich bei Bewegungen im Dunklen ein irritiertes Gleichgewicht bemerkbar macht, möchte ich Ihnen in meinem nächsten Beitrag berichten.



Mittwoch, 9. März 2011

Gesund und fit: Morbus Menière - Drehschwindel

Foto: Tuna von Blumenstein
Morbus Menière ist eine sogenannte Ausschlussdiagnose, d.h. es müssen viele andere Ursachen als Verursacher ausgeschlossen werden, bevor die Diagnose als solche gestellt werden kann.
Es gibt auch nicht das eindeutige Krankheitsbild, denn die Anfälle können durchaus unterschiedlich verlaufen. Manche Betroffene haben vielleicht nur ein Ereignis in ihrem Leben, andere werden ihr Leben lang gebeutelt. Und jeder Betroffene reagiert in der Folge anders.

Bei mir begann ein Anfall mit dem Gefühl, als hätte ich Watte im Ohr, begleitet von einem leichten Unwohlsein. Dann setzte ein Dröhnen im Ohr ein, das selbst den Tinnitus übertönte, es folge ein starker Schwindel. Das weitere unangenehme an dieser Situation ist, dass durch diesen Schwindel scheinbar das Gehirn die Botschaft »Vergiftung« gemeldet bekommt. So musste ich stark erbrechen, während dieser Anfälle.

In früheren Zeiten bin ich sehr oft auf den Nordseeinseln gewesen, habe Überfahrten auch bei rauer See erlebt und auch, dass Mitreisende über Deck wankten, mit Tüten ausgestattet. Selbst litt ich nie unter den Symptomen der Seekrankheit. Womit ich einen Menière Anfall vergleichen könnte wäre der Effekt, den vielleicht auch der ein oder andere erlebt hat, wenn »Eins der dreißig Bierchen wohl schlecht war«. Ein Zustand, da werden Sie mir, liebe Leserinnen und Leser sicher Recht geben, noch nicht einmal im Suff zu ertragen ist.

Ein Mensch, der unter Seekrankheit, Kinetose, leidet, wird auf Seereisen verzichten, wer die beschrieben Probleme beim Alkoholkonsum hat, sollte mit Alkohol vorsichtiger umgehen, unter Umständen beides meiden.

Ein MM Patient fühlt sich ausgeliefert, denn die Anfälle kommen aus dem Nichts und verschwinden im Nichts. Es ist eine starke physische und psychische Belastung, als Menière Patient quasi einer Laune der Natur ausgesetzt zu sein. Morbus Menière ist unberechenbar. Neben dem Tinitus, der bei mir sehr früh einsetzte, dem Hörverlust und natürlich den psychischen Problemen, die eine solche Erkrankung mit sich bringt, würde ich als größtes Folgeproblem die Irritation meines Gleichgewichtes betrachten. Die Behandlung mit der ohrtoxischen Substanz Gentamycin hat einen erheblichen Schaden an dem betroffenen Innenohr angerichtet. Das war mir aber schon vor dem Eingriff klar und letztendlich war der Bereich durch die Anfälle auch schon erheblich vorgeschädigt. Zwar habe ich in der Folgezeit hervorragend kompensieren können, wie mir bestätigt wurde, Schwierigkeiten bereiten mir trotzdem viele Dinge des täglichen Ablaufs, darüber berichte ich in den nächsten Beiträgen.

Vielen Dank für Ihr Interesse





Samstag, 5. März 2011

Morbus Menière - Der Feind in meinem Innenohr

Was ist das für eine mysteriöse Erkrankung des Innenohres?

Morbus Menière, ist nach dem französischen Arzt Prosper Menière benannt, der diese Krankheit nicht erfunden hat, aber sie erstmals 1861 als selbstständiges Krankheitsbild beschrieb. Menière war übrigens ein Freund der Künste und mit den Schriftstellern Victor Hugo und Honoré de Balzac befreundet, aber das nur am Rande.

Bevor Jean-Martin Charcot, ein französischer Neurologe, 1874 diese wissenschaftliche Beschreibung als »Menière'sche Erkrankung« bekannt machte, wurde das Krankheitsbild als eine Form von Epilepsie bewertet. Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, der Meinung sind, dass Julius Caesar, Vincent van Gogh oder Martin Luther Epileptiker waren, dann revidieren Sie bitte Ihre Meinung. Diese Männer litten, so wie ich auch, an Morbus Menière. Wobei ja »Epilepsie« »der Anfall« oder »der Übergriff« bedeutet, das Krankheitsbild auch als »Fallsucht« beschrieben wurde. Auch ich als Betroffene hatte das starke Bedürfnis, mich hinlegen zu wollen und zu müssen, wenn mich ein Menière Anfall wie ein feindlicher Angriff traf. Darum wundert es mich nicht, dass MM dieser Erkrankung zugeordnet wurde.

Wenn Sie nach Morbus Menière im Internet suchen, wird Ihnen immer wieder dieser Satz begegnen: »Leider sind die genaueren Hintergründe dieser Erkrankung immer noch nicht bekannt, dementsprechend ist es schwierig, eine gezielte Behandlung dieser Erkrankung durchzuführen.«


Ausguss eines menschlichen Labyrinths
Quelle: Wikipedia, GNU-Lizenz

Warum ist es so schwierig, diese Krankheit zu diagnostizieren und, was noch schlimmer ist, sie nicht heilen zu können? Betrachten wir uns die folgenden Bilder und überlegen uns, wie sicher das Innenohr eingebettet ist, kann das eine Erklärung sein.
Es wird ein Überdruck in der Gehörschnecke vermutet, der diese Anfälle auslösen soll. Betrachten wir uns das Bild »Ausguss eines menschlichen Labyrinths« stellen wir eine Breite von ca. 1,6 cm fest.
Schnitt (Schematisch) durch
die Cochlea (Hörschnecke) des Innenohres





Schnitt (schematisch) durch




In der Gehörschnecke, im Verhältnis dürfte diese vielleicht 5mm groß sein, Abb. links, entdecken Sie die Reissner Membran. Man vermutet, dass ein zu hoher Druck auf die Reissner-Membran zum Einreißen dieser Membran führen kann und so einen Menière'schen Anfall auslöst.








Stellen Sie sich vor, ein Tropfen Flüssigkeit, vielleicht nicht größer, als eine nicht geweinte Träne, die einen Mann wie Julius Caesar in die Knie zwang, Martin Luther denken ließ, er sei vom Teufel besessen und Vincent van Gogh in den Selbstmord trieb.

Aus meiner subjektiven Sicht der Dinge möchte ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, diese Erkrankung in meinen nächsten Beiträgen näher bringen und würde mich freuen, wenn ich Ihr Interesse geweckt habe.







Mittwoch, 2. März 2011

Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen

Es ist bereits zu spüren, dass der Frühling naht. Neue Energien werden wach. Die Vögel zwitschern, und Sie freuen sich über jeden Sonnenstrahl. Die Lust hinaus in die Natur zu wandern, die ersten Blüten zu entdecken, ist ein Erlebnis. Sie wollen sich endlich wieder aus den dicken Wintersachen schälen und zur leichteren Bekleidung übergehen. Aber ich möchte Sie vorwarnen. Es dauert nur noch wenige Wochen, die Sonne gewinnt an Kraft, wärmt stärker, und die Sonnenstrahlen haben es auf Ihre Haut abgesehen. Auch wenn die Temperatur noch wenig über die 10° hinausgeht, dringen die UV-B-Strahlen, bei längerer Bestrahlung, in die obere Hautschicht ein und Sonnenbrand entsteht.

Schöne gleichmäßige Bräune ist der Wunsch aller Sonnenanbeter. Eine Sonnenschutzmilch mit hohem Lichtschutzfaktor ist sicher sehr nützlich, um vor Schäden zu schützen. Wer zur Sonnenallergie neigt, sollte kein Sonnenöl benutzen, das verstärkt die Bläschenbildung. Der nächste Sommer kommt bestimmt, und die Strahlenbelastung nimmt zu. Bis dahin können Sie schon eine leichte Vorbräunung erreicht haben, was zusätzlich die Haut schützt. Dennoch ist es unerlässlich, die Haut vor jedem Sonnenbad einzucremen. Wer zu häufig einen Sonnenbrand bekommt, setzt sich der Gefahr aus, an Hautkrebs zu erkranken, der leider immer noch einer der häufigsten Krebserkrankungen darstellt.

Viele Menschen meinen, sie müssten aus dem Urlaub zurückkommen, schwarz wie ein Rabe. Aber diese Einstellung ist falsch. Sie belasten und strapazieren Ihre Haut unnötig. Eine schöne gepflegte Haut ist nicht an ihrer Farbe zu messen. Eine leichte langsam gewonnene Bräunung lässt die Haut frisch und gesund aussehen. Gehen Sie kein Risiko ein, Sie haben nur eine Haut.  Lassen Sie sich dennoch nicht von Ihren Spaziergängen an der frischen Luft abhalten. Bewegung im Freien ist empfehlenswerter, als in der Sonne zu faulenzen und den Körper zu braten. Genießen Sie die verführerischen Sonnenstrahlen mit Verstand, damit Sie sich über die gewonnene Bräune lange erfreuen können.   

Gesund und fit mit Hilfe der Bibel

Auch eher bibelkritisch eingestellte Menschen werden von den Erkenntnissen profitieren, die Bestsellerautor Walter-Jörg Langbein in seinem Buch »Brot und Wein« darlegt. »Gesund essen mit der Bibel« lautet der Untertitel, und es stimmt: Die Bibel liefert zahlreiche Hinweise darauf, wie eine gesunde, menschengemäße Nahrung aussehen sollte. Diese uralten Weisheiten untermauert der Autor mit den Erkenntnissen der modernen Forschung, die zu denselben Ergebnissen kommt: Die meisten Zivilisationskrankheiten wären vermeidbar, wenn die Menschen sich nach den biblischen Ernährungsgrundsätzen einfach, aber vollwertig ernähren würden.

Walter-Jörg Langbein plädiert für eine dauerhafte Umstellung auf eine Ernährungsweise, die das Erreichen und Halten des persönlichen Wohlfühlgewichts ermöglicht. Ungesunde Crash-Diäten lehnt er ab. Stattdessen macht sein Buch Appetit auf Vollkornbrot, Obst und Gemüse, und plädiert für den sparsamen Verbrauch von Fleisch und Fisch. Dennoch kommt der Genuss nicht zu kurz: Wein (in moderaten Mengen genossen) gilt als biblisches Arzneimittel gegen viele Leiden.

Auch die Verteufelung der Butter als Cholesterinbombe ist nicht haltbar, folgt man den Prinzipien der Bibel-Diät, die strikt auf Naturbelassenes setzt, künstlich erzeugte Fettgemische wie Margarine deshalb ablehnt und neben Butter das Olivenöl als natürliche Fettquelle empfiehlt. Eher ablehnend hingegen steht die Bibel der Milch gegenüber, die sie nicht als geeignetes Nahrungsmittel für Erwachsene betrachtet. Der Autor erklärt nicht nur, welche Bibelstellen sich darauf beziehen, sondern unterfüttert diese Aussagen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, die jeder kennen sollte, der sich über gesunde Ernährung Gedanken macht.

Auch auf das Thema Zucker geht die Bibel-Diät ein: Niemand muss auf Süßes verzichten, wenn er sich nach biblischen Grundsätzen ernähren möchte, sollte aber unbedingt seinen Verbrauch an denaturiertem Fabrikzucker einer kritischen Betrachtung unterziehen.

Fazit: Überraschend und positiv ist es, dass sich aus den kulinarischen Stellen der Bibel nicht nur Ge-und Verbote ableiten lassen, sondern auch und vor allem das Bedürfnis nach echter Lebensfreude gestillt wird. Langbeins Buch kommt an keiner Stelle theologisch-trocken daher, sondern es liefert einen handfesten Leitfaden für die tägliche Praxis, in dem auch leckere Rezepte nicht fehlen. Gesund und fit mit der Bibel? – Nach der Lektüre dieses Buches lautet meine Antwort uneingeschränkt: Ja.

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